Werte: Wozu wir uns verpflichtet fühlen

Werte: Wozu wir uns verpflichtet fühlen

Um darzustellen, warum Werte es wert sind sich für sie einzusetzen, werfen wir einen sehr persönlichen Blick zurück auf unsere Biografien.

Wir wurden nicht in Lagos, sondern in Lauingen an der Donau geboren. Wir waren nicht einsam und hatten das seltener werdende Glück in intakten Familien aufzuwachsen, verbrachten unsere Kindheiten in relativ stabiler Nachbarschaft und schlossen in Sportvereinen Freundschaften, die bis zum heutigen Tage andauern. Wir mussten nicht hungern. Vielmehr wurden wir auch mit vielfältiger geistiger Nahrung versorgt, als wir 1997 auf das Gymnasium wechselten. Wir mussten nicht arbeiten, sondern konnten uns nachmittags in Wahlkursen beschäftigen (aus dem Gedächtnis würden wir sagen, dass es zu jener Zeit am Johann-Michael-Sailer-Gymnasium Dillingen wohl ca. 25 Wahlkurse, darunter die Klassiker Tastschreiben und Stenographie, aber auch alle (!) Streichinstrumente, Japanisch, Hockey, Handball, Leichtathletik, Schach und vieles mehr gab.) Wir hatten keine Sorgen, sondern unbeschwertes Selbstvertrauen und konnten im Kleinen lernen Verantwortung zu übernehmen, uns aber auch am Badesee die Zeit vertreiben oder mit Erhalt des Führerscheins und einer Matratze auf der Ladefläche des Lieferwagens durch Osteuropa roadtrippen. Wir entschieden uns selbst für die Disziplinen, die wir studieren wollten und mussten immer noch nicht arbeiten. Wir wollten es aber, um uns neben dem Studium Geld zu verdienen und Erfahrungen zu sammeln. Am vorläufigen Ende dieser persönlichen Schilderungen haben wir begonnen eine eigene Familie zu gründen und sehen uns dazu charakterlich, finanziell und emotional bestens vorbereitet.

Diese Lebensverhältnisse sind so zufällig wie unwahrscheinlich. Einzig was wir daraus gemacht haben, ist unser Verdienst – für die Geschichte, die Struktur und die Gemeinschaft, in die wir geboren werden, können wir nichts. Das gilt natürlich auch für jene, die in Lagos geboren sind, die mit einer Krankheit durchs Leben gehen müssen oder die ohne liebevolle Eltern aufwachsen müssen. Aus Dankbarkeit für unsere privilegierte Situation entwickelte sich unser Antrieb, uns für die Werte der bürgerlichen Gesellschaft – Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit – einzusetzen.

Oftmals fällt es uns in diesen Tagen gar nicht auf, welchen Nutzen wir aus der scheinbaren Verwirklichung dieser Werte ziehen, weil wir uns bereits auf der Sonnenseite der Geschichte befinden. Wir sind Kinder Europas, das heißt des sogenannten „Globalen Nordens“, und haben unter anderem das historisch einmalige Glück, die ganze Welt bereisen zu können. 1 Deutsche Staatsbürger können visumsfrei in 93 Staaten reisen. Die Bürger Afghanistans in zwei. Stephan Lessenich (2016): Neben uns die SintflutReisefreiheit ist also, zumindest für „uns“, vielfach gegeben und der Wert der Freiheit mit ein wenig Leben gefüllt. Aber das muss nicht so bleiben – es scheint ein weiterer Peak der Globalisierung erreicht. 2 Wieso weiterer Peak? Tatsächlich war der Grad internationaler Verflechtungen vor dem ersten Weltkrieg schon einmal auf sehr hohem Niveau. Dabei waren nicht nur die Erfahrungen globaler Wirtschaftsverflechtungen maßgebend, sondern auch die kommunikativen Revolutionen (Telegraphie,, aber auch Massenpresse und die damit verbundene Alphabetisierung). Vgl. Jürgen Osterhammel, Niels P. Petersson (2003): Geschichte der Globalisierung. „In den Jahrzehnten zwischen 1870 und 1914 sei die Internationalisierung von Handels- und Kapitalströmen sogar ausgeprägter gewesen als im späten 20. Jahrhundert, nach dem Ende des Kalten Kriegs und des »Wettbewerbs der Systeme«.“ Stephan Lessenich (2016): Neben uns die Sintflut (der sich beruft auf: Paul Hirst, Grahame Thompson (1996): Globalization in Question. The International Economy and the Possibilities of Governance.)  Die Grenzen werden verstärkt und auch wirtschaftlich protektionistische Maßnahmen angestrengt. Dies bereitet den Boden für ein Innen-/Außen-Denken, das ganz schnell zu einem Freund-Feind-Dualismus werden kann.

Die Grenzen werden auch deshalb verstärkt, weil in Europa der Wert der Gleichheit mit fadenscheinigen Maßnahmen gefüllt wird. Man kann ja fast den Eindruck gewinnen, (beinahe) jeder hätte das Recht auf ein iPhone, zehn Paar Hosen und je einen Urlaub in Sommer und Winter. Diese scheinbare Gleichheit schafft global massive Ungleichheit, die zu den Wanderungsbewegungen führt, aufgrund derer nun auch die Mauern hochgezogen werden.

Nicht zuletzt orientieren wir Europäer uns sogar scheinbar am Wert der Brüderlichkeit, indem wir Transferzahlungen in die sogenannte Dritte Welt leisten oder die Entwicklung der Schwellenländer fördern. Wie halbseiden diese Solidarität ist, zeigt sich aber, wenn man betrachtet, wie dadurch Umweltverschmutzung ausgelagert wird und Biodiversität zerstört wird. 3 Fakten aus Lessenich Echte Mitmenschlichkeit sieht wahrlich anders aus.

Deshalb treten wir ein für: Gleichheit, Solidarität und Freiheit, welche uns im Dreiklang bereits heute nur noch selten harmonisch zu Ohren kommen.

Alles, was in der Agora passiert, wird im Lichte dieser Werte von uns selbst und von allen Beteiligten betrachtet werden. Werte an sich sind abstrakt und auf ihre Existenz bzw. Absenz kann nur über Handlungen oder soziale Tatsachen geschlossen werden.

Deshalb wollen wir ein (Problem-)Bewusstsein für die Privilegien des globalen Nordens schaffen und lokale Projekte anstrengen, die sich mit globalen Problemen auseinandersetzen. Das kann über Themenmonate geschehen, aber auch über eine soweit wie möglich gerechte Preisstruktur. Es spiegelt sich in der Satzung des Vereins oder der Stiftung wieder und findet natürlich auch Einfluss auf die Art der Kinderbetreuung.

Dabei werden wir auch sehen, dass innerhalb Deutschlands und in unseren lokalen Gemeinschaften auch eine Orientierung an diesen Grundwerten geboten ist, da sie, wie oben mehrfach beschrieben, nur scheinbar mit Leben und Inhalt gefüllt sind.

Im Hinblick auf Gleichheit krankt es unserer Ansicht nach vor allem in diesen Bereichen:

  • Körper
  • Alter
  • Geschlecht/Gender
  • Einkommen
  • Behinderung
  • Krankheit
  • Kultur/Herkunft
  • Sexuelle Orientierung
  • Religion

In Fragen der Solidarität bedarf es unseres Erachtens neuer Antworten bezüglich

  • Nächstenliebe
  • Wertschätzung
  • Integration
    • horizontal, das heißt betreffend unterschiedlicher Kulturen, die aufgrund von Migration oder Flucht zusammenkommen. Da denkt man in diesen Tagen zunächst an Geflüchtete aus dem Nahen Osten oder Nordafrika. Aber fast noch bedeutsamer ist die innereuropäische und innerdeutsche (Arbeits-)Migration, die lokale Gemeinschaften ebenfalls vor gehörige Herausforderungen stellt. 4 Informationen über die globale Flucht gibt es aus erster Hand der UNHCR. Eine Analyse der europäischen Arbeitsmigration liefert die Studie Brain Drain-Brain Gain der Friedrich-Ebert-Stiftung. Natürlich sind außerdem innerdeutsche Migration sowie außereuropäische Migration nach Deutschland von Relevanz.
    • vertikal, das heißt die demographischen Herausforderungen betreffend, die neben ökonomischen Problemen auch Fragen der Identität aufwerfen – ab wann gehört man z.B. zum „alten Eisen“ und wie lange ist man ein „Jungspund“? Damit geht schließlich einher, wieviel Freiheit ein Mensch erfährt, wie er den Umgang mit seiner Würde erlebt und welche Gestaltungsmöglichkeiten ihm die Gesellschaft bietet. 5 “Früher“ war Alt-Werden nicht der Normalfall, sondern man konnte sich glücklich schätzen, wenn man es wurde. Mitte dieses Jahrhunderts wird ungefähr die Hälfte der deutschen Bevölkerung über 50 sein. Die demographische Lage der Nation. Allerdings ist noch keine Identität dieser Gruppe erkennbar, schon gar keine selbstbewusste. „Die Buddenbrooks (erschienen 1901), die unsere Vorstellung von der Lebensbahn eines Einzelnen und der Lebensdauer ganzer Familien nachhaltiger geprägt haben als irgendein anderes Werk der Literatur, versammeln unzählige Autoritäten, Patriarchen, alte und würdige Herrschaften. Das sind ihre Daten: Konsul Johann Buddenbrook, Hannos Großvater, stirbt mit 53 Jahren, Senator Thomas Buddenbrook, sein Sohn, mit 49 Jahren. Einmal, in einem berühmten Kapitel dieses Romans, liest er Schopenhauer und meditiert so innig über Alter und Tod, dass er – er ist 48 Jahre alt – sein Testament macht. All diese Passagen […] hat Thomas Mann geschrieben, als er noch keine 25 Jahre alt war. Unvorstellbar junge Leute haben 100 Jahre lang unsere Vorstellung von Verfall und Alter geprägt.“  (Frank Schirrmacher (2004): Das Methusalem-Komplott. S. 107f; Hervorhebung im Original) Schirrmacher plädiert in seinem lesenswerten Buch für den Mut „als allererste Generation die Erfahrung des kollektiven Alterns [zu] machen, Altern nicht nur als Verlust, sondern auch als Gewinn [zu] sehen.“ (S. 108f)

Projekt Agora versucht diese Antworten zu geben oder zumindest die richtigen Fragen zu erarbeiten und Menschen zu mehr Solidarität anzuregen.

Wir leben zwar in einer relativ freien westlichen Gesellschaft, allerdings besteht hinsichtlich der Freiheit doch vielerorts noch Entwicklungsbedarf, zum Beispiel im Hinblick auf:

  • Muße
  • Genuss 6 Siehe auch Blogbeitrag: Genuss: Verlust einer Kulturtechnik
  • Unabhängigkeit des Denkens 7 Siehe auch Blogbeiträge: Wenn das Schule (nicht) macht und Perspektiven eröffnen

Man kann nun auf unterschiedlichen Wegen auf diese Dinge zugehen und neben der Reflexion über einen Sachverhalt möglicherweise auch an Lösungen arbeiten, bzw. individuelle Antworten auf kollektive Missstände vorbereiten. Aber wie?

Ein Beispiel: Auf das Problem der Altersdiskriminierung kann man mit „mehr Wissen“, „mehr Kunst“, „mehr Technik“ oder „mehr Nachhaltigkeit“ reagieren. Das sind Schablonen, durch die man die Bäume vor lauter Wald erkennen kann.

  1. Wissen: ich kann Aufklärung betreiben und erfahren, dass die Geistesleistung im Alter nachgewiesenermaßen nicht wesentlich absinkt.
  2. Kunst: ich kann „Tod eines Handlungsreisenden“ auf die Bühne bringen.
  3. Technik: ich kann Kurse anbieten, bei denen neue Kommunikationsstile erörtert werden
  4. Nachhaltigkeit: ich erkenne es als ethisch geboten, das Leben und die Verwandlung des anderen zu respektieren, weil ich selbst einmal alt sein werde.

Auf diese vier Pfade legen wir bei Projekt Agora großen Wert: Wissen, Kunst, Technik und Nachhaltigkeit, denen wir nun ein paar mögliche Fragestellungen beifügen:

  •  Wissen (begreifen)
    • Wie ist es um Freiheit, Gleichheit und Solidarität im Hinblick auf Bildungsgerechtigkeit bestellt?
    • Welchen Einfluss auf diese Werte hat die Verlagerung des menschlichen Wissens ins Internet bzw. die Delegation des Gehirns an das Smartphone?
    • Was hat die Welt mit mir zu tun, wenn ich auf der Wiese keine Pflanze und keinen Vogel beim Namen kenne, bzw. andersherum: welche Welt erschlösse sich mir, wenn ich wüsste und nicht erst SIRI fragen müsste?
  • Kunst (erspüren)
    • Was bewegt mich emotional, rational?
    • Was kratzt nur an der Oberfläche und was rüttelt an den Grundfesten meiner Überzeugungen, die so zu größerer Standfestigkeit kommen, oder eben einknicken?
    • Ist die Möglichkeit nicht-sprachlichen Ausdrucks in Zeiten des Buchstabengewirrs in WhatsApp und Facebook noch anschlussfähig?
  • Technik (können)
    • Technik schafft immer Differenz – zwischen jenen, die sie beherrschen bzw. denen sie zur Verfügung steht und denen, auf die das nicht zutrifft. Welche Techniken können helfen, die Werte der Aufklärung zu erfüllen, und welche eher nicht? Wie erkennen wir den Unterschied?
    • Unsere Alltagstechniken, zum Beispiel innerhalb schriftlicher Kommunikation (Emoticons vs. Liebesbrief), ändern sich fortlaufend. Welchen Einfluss hat das auf unser Denken und Handeln? 8 Beim Brief beispielsweise werden meiner Phantasie nur von Papier und Stift Grenzen gesetzt. Emoticons sind ein vorbereiteter Kommunikationsvorrat, der gleichwohl riesig und kreativ kombinierbar ist, aber doch gesellschaftliche Stereotypen erkennen lässt/lassen muss.
  • Nachhaltigkeit (erhalten)
    • Wie gehen wir mit unseren Körpern, unserer Gesellschaft und der Natur um?
    • Wie groß ist meine Abhängigkeit von Infrastruktur, z.B. Abstandssensoren im Auto, ständige Erreichbarkeit via Smartphone oder Strom aus der Steckdose?

Wissen, Kunst, Technik und Nachhaltigkeit sind die Reflektoren, in denen sich die Werte der Aufklärung spiegeln sollen. Da die Werte Gleichheit, Solidarität und Freiheit abstrakt und nicht direkt beobachtbar sind, braucht es Schablonen, durch die man sie erkennen kann, z.B. indem man bei einem Theaterstück als Zuschauer mitleidet, einen eigenen Vortrag erarbeitet oder sich in ökologischen Projekten engagiert. Wenn wir die Werte als Licht betrachten, sehen wir auf welche Weise es sich an den Reflektoren bricht und wo noch Schatten ist.  9 Wir sehen, dass Claire Zachanassian eben nicht nur die Freiheit des Alfred Ill zerstört, sondern die Würde einer ganzen Gemeinde gefährdet. Wir sehen, wenn wir Umfragedaten aus der Wirtschaft heranziehen, dass älteren Arbeitnehmer bereits ab dem 30. Lebensjahr immer weniger zugetraut wird. Wir sehen sinkende Unabhängigkeit und Resilienz durch länger werdende Interdependenzketten. Usw. usf.

 

Anmerkungen   [ + ]

1. Deutsche Staatsbürger können visumsfrei in 93 Staaten reisen. Die Bürger Afghanistans in zwei. Stephan Lessenich (2016): Neben uns die Sintflut
2. Wieso weiterer Peak? Tatsächlich war der Grad internationaler Verflechtungen vor dem ersten Weltkrieg schon einmal auf sehr hohem Niveau. Dabei waren nicht nur die Erfahrungen globaler Wirtschaftsverflechtungen maßgebend, sondern auch die kommunikativen Revolutionen (Telegraphie,, aber auch Massenpresse und die damit verbundene Alphabetisierung). Vgl. Jürgen Osterhammel, Niels P. Petersson (2003): Geschichte der Globalisierung. „In den Jahrzehnten zwischen 1870 und 1914 sei die Internationalisierung von Handels- und Kapitalströmen sogar ausgeprägter gewesen als im späten 20. Jahrhundert, nach dem Ende des Kalten Kriegs und des »Wettbewerbs der Systeme«.“ Stephan Lessenich (2016): Neben uns die Sintflut (der sich beruft auf: Paul Hirst, Grahame Thompson (1996): Globalization in Question. The International Economy and the Possibilities of Governance.)
3. Fakten aus Lessenich
4. Informationen über die globale Flucht gibt es aus erster Hand der UNHCR. Eine Analyse der europäischen Arbeitsmigration liefert die Studie Brain Drain-Brain Gain der Friedrich-Ebert-Stiftung. Natürlich sind außerdem innerdeutsche Migration sowie außereuropäische Migration nach Deutschland von Relevanz.
5. “Früher“ war Alt-Werden nicht der Normalfall, sondern man konnte sich glücklich schätzen, wenn man es wurde. Mitte dieses Jahrhunderts wird ungefähr die Hälfte der deutschen Bevölkerung über 50 sein. Die demographische Lage der Nation. Allerdings ist noch keine Identität dieser Gruppe erkennbar, schon gar keine selbstbewusste. „Die Buddenbrooks (erschienen 1901), die unsere Vorstellung von der Lebensbahn eines Einzelnen und der Lebensdauer ganzer Familien nachhaltiger geprägt haben als irgendein anderes Werk der Literatur, versammeln unzählige Autoritäten, Patriarchen, alte und würdige Herrschaften. Das sind ihre Daten: Konsul Johann Buddenbrook, Hannos Großvater, stirbt mit 53 Jahren, Senator Thomas Buddenbrook, sein Sohn, mit 49 Jahren. Einmal, in einem berühmten Kapitel dieses Romans, liest er Schopenhauer und meditiert so innig über Alter und Tod, dass er – er ist 48 Jahre alt – sein Testament macht. All diese Passagen […] hat Thomas Mann geschrieben, als er noch keine 25 Jahre alt war. Unvorstellbar junge Leute haben 100 Jahre lang unsere Vorstellung von Verfall und Alter geprägt.“  (Frank Schirrmacher (2004): Das Methusalem-Komplott. S. 107f; Hervorhebung im Original) Schirrmacher plädiert in seinem lesenswerten Buch für den Mut „als allererste Generation die Erfahrung des kollektiven Alterns [zu] machen, Altern nicht nur als Verlust, sondern auch als Gewinn [zu] sehen.“ (S. 108f)
6. Siehe auch Blogbeitrag: Genuss: Verlust einer Kulturtechnik
7. Siehe auch Blogbeiträge: Wenn das Schule (nicht) macht und Perspektiven eröffnen
8. Beim Brief beispielsweise werden meiner Phantasie nur von Papier und Stift Grenzen gesetzt. Emoticons sind ein vorbereiteter Kommunikationsvorrat, der gleichwohl riesig und kreativ kombinierbar ist, aber doch gesellschaftliche Stereotypen erkennen lässt/lassen muss.
9. Wir sehen, dass Claire Zachanassian eben nicht nur die Freiheit des Alfred Ill zerstört, sondern die Würde einer ganzen Gemeinde gefährdet. Wir sehen, wenn wir Umfragedaten aus der Wirtschaft heranziehen, dass älteren Arbeitnehmer bereits ab dem 30. Lebensjahr immer weniger zugetraut wird. Wir sehen sinkende Unabhängigkeit und Resilienz durch länger werdende Interdependenzketten. Usw. usf.